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Kategorie Etappe 03 – von Egestorf nach Soltau

Die 3. Etappe

Montag, 04. Mai 2009

Der mit dem Wolf tanzt

Die letzten beiden Etappen haben ihre Spuren hinterlassen.
Körperregionen, die ich noch gar nicht kannte, sagen plötzlich Hallo.
Heute laufe ich von Egestorf nach Soltau. Mutterseelenallein. Na, nicht ganz. Ein kleiner Wolf hat sich bei mir eingeschlichen. Dem männlichen Leser brauche ich keine – dem weiblichen Leser möchte ich keine – nähere Erläuterungen zu diesem kleinen Gesellen abgeben. Soviel sei verraten: tut sch… weh. Bei jedem Schritt.

Zu allem Überfluss ist es auch vorbei mit dem schönen Wetter. Eine
Regenfront nach der anderen zieht über mich hinweg.
Mit dem Trällern lustiger Lieder versuche ich meine trotz allem gute
Laune bei mir zu behalten. Maren Heuer, die gute Fee von Nestwärme Deutschland, hatte mir ja den Wunsch mit auf den Weg gegeben, dass die Wanderung auch mal von Blitz, Donner und Hagel begleitet sein möge. Um Eindruck zu schinden. Die guten Wünsche erfüllen sich also, direkt über mir. Danke, Maren. Ich bin sehr beeindruckt. Es patscht bei jedem Schritt. Werde mich die nächsten Tage mal umsehen – nach einer schicken Vodoopuppe für Dich.

Endlich erreiche ich Soltau. Helga, von der Kirchengemeinde der
Lutherkirche, hatte mich bereits mehrfach angerufen und sich nach
Standort und Befinden erkundigt. Bietet mir auch an, mich aufzusammeln und nach Soltau zu fahren. Führe mich nicht in Versuchung!

Im Gemeindehaus erwartet mich eine große Festtafel, mit Grillstand und vielen Gästen der Behindertenorganisationen von Oase und
Lebenshilfe. Und nun komme ich hier ganz allein angetrabt. Artig bedanke ich mich für diesen liebevollen Empfang. Fühle mich aber
bisschen unwohl, so alleine. Sollte vielleicht kleine Rede halten. Traue mich aber nicht und so bleibt es beim Interview mit der netten Frau Henkel von der Presse. In der von ihr folgenden Mail teilt sie mir dann auch noch ihre intensiven Eindrücke dieses Abends mit.So soll es sein. Fazit: Etappenziel erreicht.
Abends sitze ich dann im Wohnzimmer von Helga und Eberhard, halte den
Rotwein gegen das Licht und freue mich, erneut Menschen
voller Herzlichkeit gefunden zu haben.