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Kategorie Etappe 06 – von Schwarmstedt nach Langenhagen

Pflastertreter

Freitag, 08. Mai 2009

Eine Nacht, wie im Himmelbett. Nur zu kurz. Vorsichtig ziehe ich die
Gardine zurück. Och nö, immer noch Hamburger Schmuddelwetter. Würde mir so gern die Decke wieder über den Kopf ziehen, aber gleich kommen Margarethe und Ulrike, um die Nachführung des Autos endgültig zu klären.

Kaum bin ich unten, trifft auch schon Ulrike ein. Augenblicke später
gesellt sich auch Margarethe dazu und sie beschließen, dass Ulrike mir das Auto nachbringt. Nach einem fürstlichen Frühstück vom üppigen Frühstücksbüffet verstaue ich meine Klamotten im Auto, gebe sämtliche Schlüssel ab und begebe mich, ausgestattet mit Margarethes Radwanderkarte on the road. Halt, wo ist eigentlich meine Strickjacke? Im Auto ist sie nicht, auch nicht in den Taschen. Also lasse ich mir noch einmal den Zimmerschlüssel geben, um im Zimmer nachzusehen. Keine Strickjacke weit und breit. Ist aber saukalt und ich möchte darauf nicht verzichten.

Noch einmal alle Taschen ausgepackt. Nix. Hm.. nehme
Grübelhaltung ein und während ich so an mir hinunterschaue, trifft mich der Schlag. Und ich dachte, das wäre das Futter meiner Regenjacke. Ich gebe den Zimmerschlüssel wieder ab. Na, haben Sie Ihre Jacke gefunden? Tja, Herr von Tüdelberg, willst Du Dich wirklich outen? Im Nieselregen trabe ich endlich los.

Weil die Hauptstraße keinen Radweg hat, laufe ich nach der Karte quer durch den Wald. Toll. Der Weg wird immer matschiger. Weit vor mir ist ein Bagger, der zu allem Überfluss den Weg auch noch aufreißt, sodass ich mit den Schuhen im Matsch versinke. Wenigstens habe ich mit dem Rolli keine Probleme. Lutz, von der Kinderrollstuhlbauerfirma 4ma 3ma, hat mir nämlich ein tolles Vorderrad angebaut. Das hat mir die Proactiv GmbH spendiert und macht den Rolli geländegängig. Dieser kleine Werbeblock muss sein.

Das Fernsehen hat dieses schöne Gerät auch bereits in den Fokus gerückt. Unsere Kontonummer findest Du auf unserer Homepage, lieber Lutz.

Mit meinen Selbstgesprächen bin ich durch. Neue Lieder fallen mir auch nicht mehr ein. Meinen Ghettobuster habe ich gegen einen MP3-Player eingetauscht und mich so auf die Musik gefreut. Bin aber leider intellektuell nicht in der Lage, das Teil zu bedienen. Wäre es kein Leihgerät, würde es nun zwischen Schwarmstedt und Mellendorf in einem Graben seinem Ende entgegensehen. So werde ich doch noch einmal in meinen Unterlagen nach der Bedienungsanleitung Ausschau zu halten. Also wieder weitersingen. Die Lieder werden zunehmend trauriger.

Darf ich sie ein Stück des Weges begleiten? fragt mich plötzlich eine
liebe Stimme. Alles klar, wenn Sie singen können! Die liebe Stimme gehört einer netten Dame, die bereits in einem Vorbericht von der Wanderaktion gehört hatte. In Schwarmstedt hat sie mich bereits durch die Straßen wandern sehen. Und nun hat sie mich einfach angesprochen und zum Tee zu sich nach Hause eingeladen. Die Mutter ist vor ein paar Tagen gestorben und so ist es ihr ein Bedürfnis, ein bisschen zu reden. Ich erzähle von meiner Mutter und so gehen wir beide gestärkt aus dieser Unterhaltung.
Der Regen hat aufgehört, ich muss mich ein wenig sputen und trabe weiter.

Bis Mellendorf schaffe ich es noch. Dann ruft auch schon Ulrike an. Sie bringt mir das Auto und ich bringe sie nach Hause. Von dort fahre ich zu Angelika, meiner liebenswürdigen Zimmerwirtin. RTL hat sich angesagt und will mir morgen früh beim Packen zusehen. Zeitig ziehe ich die Decke über den Kopf.

Frauenpower

Mittwoch, 06. Mai 2009

Natürlich mit ein bisschen Regen bin ich am späten Nachmittag in Mellendorf eingetroffen. Weiter geh‘ ich heute nicht (Mellendorf ist auch ziemlich dicht an Schwarmstedt)! Unterwegs hat sich eine junge Frau spontan dazu entschlossen, ein Stückchen mitzugehen. Das war sehr angenehm. Werde gleich von einer anderen netten Dame abgeholt, die mich dann auch zu meiner heutigen Unterkunft, einem Bauerngehöft in der Nähe, bringt.

Meine durch die ungewohnte Bewegung verursachten Beschwerden sind übrigens verflogen. Fühle mich fit wie ein Turnschuh. O.k., nicht ganz.

Immerhin habe ich die Aussicht, dass mich ab übermorgen drei andere nette Frauen auf meiner Tour von Hannover nach Bad Nenndorf begleiten. Endlich Schluss mit Selbstgesprächen!

Danke Euch allen für die netten Worte in Euren Kommentaren. Die machen wirklich Mut.

Euer Arnold