Eine Aktion des Vereins NICOS FARM e.V. Startseite| Kontakt| Impressum| Datenschutzerklärung

Kategorie Etappe 09 – von Bad Nenndorf nach Rinteln

Ein Bericht von Christina

Montag, 18. Mai 2009

Es ist Freitagmorgen, wie immer stehe ich früh auf um meinen Männern eine halbe Stunde zu entgehen. Eine Tasse Tee, die Neue Westfälische und die Walsroder Zeitung und danach kann der Tag beginnen. Denn der Tagesplan ist voll.
Da lese ich in der Walsroder Zeitung von diesem Mann, der doch tatsächlich für den guten Zweck www.inwendig-warm.de 600 km von Hamburg nach Meerbusch zu Fuß geht!!!!

Toll das die Zeitung im Nachhinein davon berichtet. Ich schnappe mir das Telefon und rufe die Zeitung an, denn sein Weg wird durch OWL gehen und das müssen die Menschen doch erfahren!!!
Kurz darauf bin ich über mich selbst erschrocken. Was hab ich getan? Ich kann mich doch nicht einfach einmischen. Also diesen Wandersmann angerufen und der sagt doch tatsächlich, dass das ne gute Idee war. Hoch motiviert rufe ich alle umliegenden Zeitungen, Radiostationen und den WDR an oder schreibe eine Mail. Noch ein paar ortsansässige Vereine angeschrieben und dann…… muss ich auf Antworten warten.

Am Samstag warte ich also auf Antworten. Bin innerlich wie aufgedreht. Noch keine Antworten auf meine Anrufe und Mails- doof. Ich bin doch ein so schrecklich geduldiger Mensch (not).
Also sage ich zu meinem Freund: „ich fahre jetzt nach Bad Nenndorf, gucke mal ob ich diesen tollen Typen treffe weil ich hier ja jetzt doch nichts ausrichten kann“. Die Begeisterung meines Freundes hält sich in Grenzen. „Was willst du denn zwischen Bad Nenndorf und Rinteln ausrichten??? Und dein Auto? Wenn du 30 km mitwanderst, haste dein Auto nicht mehr“ Also nehmen wir sein Auto und er spielt den Chauffeur *freu * (ein bisschen mulmig ist mir schon, durch diese Aktion stelle ich meine Beziehung auf eine harte Probe)
Irgendwo im Nirgendwo treffen wir Herrn Arnold Schnittger mit seinen Mitwanderern!!!!! Ich springe aus dem Auto und frage ob ich EIN PAAR Schritte mitgehen kann. Mein Freund würde mich im nächsten Ort wieder aufgabeln. Schließlich habe ich Schwierigkeiten drei mal täglich mit dem Hund ein paar Meter zu gehen. Es ist so schwer sich aufzuraffen.

Über 20 km später mit einer großen Gruppe von Mitwanderern der Lebenshilfe Rinteln komme ich völlig platt aber glücklich in Rinteln an. Und noch besser: die Lebenshilfe Rinteln grillt für uns und versorgt uns fürstlich. Eine zweite Wurst wäre prima, aber ich kann leider nicht mehr aufstehen (wahrscheinlich nie mehr, Hilfe!)
Mein Freund fährt mich nach Hause (Danke Schatz. Ich liebe dich!) und spät abends liege ich im Bett und verstehe mich selbst nicht mehr. Schlapp, schmerzend und überglücklich.

Dienstag ist es endlich so weit. Arnold Schnittger hat seinen Sohn Nico aus Hamburg geholt und nun geht der Weg von Bielefeld durch Gütersloh nach Rheda. Da muss ich mit!!!
Wir verabreden uns für den Mittag, damit ich den Restweg nach Rheda mitwandern kann.
Also schnell Essen für meine Männer vorbereiten. Eine große Runde mit dem Hund. Ach, wo ich den ganzen Tag nicht da bin, kann ich auch noch schnell den Teppich einshampoonieren. Vier Luftballons, Kaffe und Kekse im Gepäck warte ich in der verabredeten Strasse. Da klingelt mein Handy: „Hallo Christina, wir sind an der Bücherei. Wo bist du?“. Ich sage: „Wenn ihr um die Ecke kommt seht ihr mich mit meinen Luftballons“
Was für ein wunderschönes Bild als die beiden um die Ecke kommen. Pabba Arnold und sein Sohn Nico.
Wir begrüßen uns, ich tüddel die Ballons für Nico am Rolli fest und wie auf Kommando stehen 7 Soldaten der britischen Armee hinter Arnold. Sie haben von der Aktion gehört und wollen uns begleiten. Ein Geschenk haben sie auch dabei. Einfach klasse!
Noch schnell ein Käffchen getrunken und los geht’s.

Left Right Left Right Left Right
Unfassbar was diese Männer für eine Taktung am Bein haben. Arnold erkundigt sich dann und wann ob die Soldaten noch können (haha). Ich selber bin kurz vor’m Kollaps, würde das aber niiiiiemals zugeben.
Ich glaube wir waren schneller in Rheda als wenn wir mit dem Rad gefahren wären.
Natürlich viel zu früh. Denn das Treffen mit dem Bürgermeister soll erst in anderthalb Stunden stattfinden. Also gehen wir in die Stadt und Essen erst mal lecker Eis.
Dann werden Arnold und Nico noch inklusive Bürgermeister für die Zeitung fotografiert und wieder ist ein traumhaft schöner Wandertag zu Ende.

Mein Freund holt mich ab (Torben, du bist der Beste!) und bringt mich zu meinem Auto. Ich kann nur noch einen einzigen Gedanken denken: Sofa Sofa Sofa.
Als ich ins Wohnzimmer komme fällt mir was ein: Ach ja! Da war doch was. Der Teppich muss noch vom Reiniger befreit werden. Aber wie? Alles tut weh……. und mein Sofa in weiter Ferne hinter dem Teppichschaum. Augen zu und durch. Staubsauger raus und los. Und dann nur noch glücklich auf die Couch fallen lassen.
!!!Danke Arnold, danke Nico!!!5411

9. Etappe für Nicos Farm (Bad Nenndorf-Rinteln)

Dienstag, 12. Mai 2009

Von Jessica und Fabian

Aktuelle Stimmung: abenteuerlustig
Gestern sind Fabian und ich vorzeitig von der 9. Etappe von Arnolds“Tour de Farm“ zurück gekehrt.

Auf Arnolds Bitte hin sind wir bereits am Freitag nach Bad Nenndorf gestartet. Kaum 5 Kilometer unterwegs, standen wir schon auf der Autobahn im Stau, natürlich war nach dem Elbtunnel wieder alles frei…der Rest der Fahrt war sehr angenehm.

In Bad Nenndorf wurden wir sehr lieb empfangen und bewirtet, nur fand Fabian den Tag leider sprichwörtlich „zum ko…n“, denn er war ausgerechnet am Freitag mit einer Erkältung wach geworden. Am liebsten wäre er direkt wieder nach Hause gefahren. Wir haben dann bald unsere Unterkunft in der Sporthalle bezogen, das war nicht nur für Fabian ein Abenteuer, sondern auch für mich. Sind solche Formen der Übernachtungen doch schon viele Jahre her und außerdem schien der Schlafsack eingelaufen sein…

Am Morgen wurden wir genauso herzlich und fürstlich bewirtet, wie am Vorabend und starteten – mit etwas verspätung- die Etappe von Bad Nenndorf nach Rinteln. Recht bald stießen die nächsten Wiederholungstäter (Lisa und Jochen) aus Hamburg dazu, so marschierten wir dann recht lustig zu fünft durch herrliche Landschaften. Mir als „Flachlandtiroler“ ist die Gegend dort aber schon viiiiel zu hügelig. Glücklicherweise haben aber meißt Arnold oder Lisa Fabian in Nicos Rolli geschoben. An dieser Stelle mal einen dicken Dank dafür.

Danke!

Ungefähr bei Kilometer 12 (gefühlt Kilometer 100) hat sich noch ein Pärchen angeschlossen. Toll! Sie hatten durch einen Zeitungsartikel von der Aktion erfahren und wollten mehr tun, als Mitwanderer für die Strecke Bielefeld-Rheda zu organisieren. Einfach schön!

Bei Kilometer 14 habe ich meine Tour wegen Fabian abgebrochen, er schwächelte einfach zu sehr. Also schnell das Auto nachgeholt und den Rest der Strecke erkundet, Fabian hat sich dann im Auto erstmal ausgeschlafen, so dass wir die Etappe (im Auto ) bis nach Rinteln begleitet haben. In Steinbergen haben sich dann noch Behinderte und deren Familien angeschlossen und sind bis Rinteln mitgewandert. Ein wunderschönes Bild!

Gegen 18 Uhr war es geschafft und die Gruppe wurde bei der örtlichen Lebenshilfe zum Grillfest geladen. Fabian und ich sind zurück nach Hause gefahren, obwohl wir eigentlich noch hätten bleiben wollen. Aber die Gesundheit geht einfach vor.

Zurück bleibt wieder dieses herrlich inwendig warme Gefühl, ein Teil dieser tollen Aktion gewesen zu sein und gleichzeitig durch viele „fremde Freunde“ dabei getragen und gestützt zu werden und die Erkenntnis:

Die Schuhe haben in der letzten Woche irgendwie besser gepasst und Blasen sind gemein!

Eine inwendig warme Umarmung an alle, die dies alles möglich gemacht haben

von Jessica Müller mit Fabian

Tagebucheintrag von Jochen

Dienstag, 12. Mai 2009

Leider haben viele Freunde am Abend vor der 9.Etappe absagen müssen und so fuhren Lisa und ich dann doch alleine, ohne Umwege und mit der üblichen 30-Minuten-Verspätung nach Bad Nenndorf.
Unsere Hoffnungen, dass Arnold pünktlich um 9 startet und so einen Vorsprung von ca. 10 Kilometern haben müsste, erfüllten sich natürlich nicht. Arnold wurde mit Jessica und Fabian erstmal ordentlich zum Frühstück eingeladen. Dick und voll ging es dann aber rund. Bereits in Rodenberg haben wir uns zu den tapferen drei Musketieren gesellt, im Klartext hieß das, es blieben noch ca. 27 Kilometer übrig – na toll!
Das Wetter war diesmal etwas wandertauglicher als bei unseren ersten Etappen, nicht so heiss, aber warm – heiss wurde uns aber auch so schnell genug….
Die Gegend in der wir uns die Zeit vertrieben war sehr schön. Während wir nach Luft japsten, rapste ein Feld nach dem anderen an uns vorbei… Gelb gefiel mir an diesem Tag deutlich besser als grün… so als HaEsVauer, ma sagn.
Diese Wunderschöne Idylle wurde leider durch die Landstrasse und die damit oft sozialbehinderten Raser getrübt. Kaum vorstellbar, aber wahr, oft zeigten die dicht an uns vorbeirasenden Fahrer uns noch einen Vogel…naja, wer von uns da wohl wirklich behindert ist, dachte ich …
Fabian hatte das große Privileg in Nicos Rolli mitreisen zu können. Gut gelaunt und mit viel Blöd im Sinn wanderten wir so vor uns hin. Die Gespräche mit Jessica und Arnold machten uns viel Spass.
Nach ca. 10 Kilometern hiet ein Opel an, eine junge Frau stieg aus und wollte mit uns mitlaufen…Christina hatte aus der Walsroder Zeitung von unserer Wanderaktion gehört und nach vielen Telefongesprächen wusste sie jetzt nicht mehr wohin mit ihrer Energie… naja, da kann sie ja auch mitwandern und zack iss die Energie wech, versprochen! Es stellte sich sehr schnell heraus, dass Christina total lustig und nett ist und schon lud ich sie mit ihrem Freund mal zu uns nach Hamburg ein… äääääh, Lisa, das ist doch ok für Dich?!
Während die Schmerzen immer häufiger ein kräfiges Hallo von sich gaben, näherten wir uns unaufhörlich dem Zielort. Unterwegs stieg auch noch Dennis Rostek ein. Sonst eher motorisiert unterwegs, machte er auch als Fussgänger eine gute Figur. Beim Sternzeichen Sternbergen überreichte Dennis Arnold noch eine großzügige Spende, DANKE!
An diesem Treffpunkt wurden wir nicht nur finanziell reicher, besonders reich war hier auch die Beteiligung der Lebenshilfe Rinteln – DANKE! Mit der besonderen Freude am Leben bereicherten diese Menschen den Rest unserer Etappe. Auskunftsfreudig und direkt konnten wir am Leben dieser besonderen Menschen teilhaben, das war nicht immer leichte Kost, aber dennoch eine tolle Erfahrung für uns alle. Am etwas eigenartig anmutenden Eingang zum Gelände der Lebenshilfe, ehemaliges, britisches Militärgelände…, kamen noch ein paar Wanderer zu uns – so zogen wir mit ca. 30 Leuten nach Rinteln ein.
Unterwegs ein kleines Pressepäuschen, dann ab in die Stadtmitte – alder iss Rinteln weitläufig – dann nochmal Fotos und zack, zurück zur Lebenshilfe – ok, zack nur, weil uns Dennis gefahren hat… aber dann aus eigener Kraft… zack an den Grill und lecker Würstchen essen… hmmmm, klasse. Vielen Dank an die netten Menschen der Lebenshilfe- es war toll Euch zu treffen. Danke auch, dass Ihr unserem alten, weisen und weißen Mann ein Unterschlupf in einem eurer Suiten im Seniorenwohnen gewährt habt.

Mein Fazit: Wandern ist immer noch doof, aber man lernt immer nette Menschen kennen. Wenn es gar nicht mehr anders geht, dann entwickeln sich auch noch Freundschaften daraus, das bleibt zu mindest bei so lieben Menschen wie Jessica, Fabian & Christina nicht aus.

Ich freue mich schon auf die beiden letzten Etappen, bei denen wir wieder dabei sein können!

Arnold halte durch, Du bist einfach wunderbar! Mit Dir an unserer Seite kann der Traum von Nicos Farm nur klappen!

Dein digger Freund Jochen