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Kategorie Etappe 10 – von Rinteln nach Bad Salzuflen

10.Mai – Ein Sonntag wie aus dem Bilderbuch

Dienstag, 12. Mai 2009

Ein Bericht von Marja

Der Wecker klingelt sonst an diesem Tag nie, aber heute schon! Denn ich bin hochmotiviert um mein Versprechen einzulösen und mach mich auf den Weg zu Arnold. Die Stimmung im Auto ließ nicht nach. Bei Kaffee to go, Zigaretten und aufgedrehter Musik freute ich mich auf diese Aktion und unseren Forrest Gump und dazu die Gewissheit: mein Urlaub fängt an – einfach mal was ganz anderes machen, ja!
In Rinteln angekommen, lotst Arnold mich zu sich. Man sieht der fit aus! Nach einigem Kuddelmuddel hattet wir die Autos dann auch da wo sie hinsollten, so und nu geht’s los.
Da war er gleich – der erste Berg, aber egal. Die Sonne scheint, ein toller Fußweg und wir plabberten drauf los. Die unendlichen Weiten des Weser-Berg-Landes taten sich uns auf und ich atmete tief ein. Ja Marja, du hast genau das Richtige getan. Gleich drei Fliegen mit einer Klappe – Du tust etwas Sinnvolles sozusagen für den guten Zweck, du machst einfach mal was ganz anderes (wer will schon nach Malle oder so?) und ganz wichtig – mit Nicos Farm zur Wunschfigur! How the fuck is Weigth Watchers!
Nach einigen geschätzten 50 km kamen wir in einen lauschigen, kleinen Ort mit Restaurant direkt an der Wassermühle. Oh ja , hier machen wir Halt. “ Tut uns leid, wir haben zwar geöffnet, aber keine warme Küche” meint der Chef in seiner wichtigen Kochjacke, damit beschäftigt, mit seiner Familie den Spargeltopf zu leeren. Naja denk ich etwas neidisch, ich wäre auch gern mein bester Kunde aber so einfach ist das ja nich . Weiter geht’s ! Leider verlässt uns der Fußweg und abenteuerlich bewegen wir uns auf der Straße weiter. Wir schweigen, Arnold vorneweg. Zum ersten denke ich mir, wenn ich jetzt einfach stehen bleibe und den Daumen raus halte ….. Nee, nee Marja so war das nicht geplant.
Der erste große Ort vor uns und wir fest entschlossen, das wir jetzt zu unserem Recht kommen und hier irgendwo einkehren. Und da war sie – die schönste Dönerbude im Kalletal! Nach kurzer Stärkung fiel mir ein meine Mamska anzurufen – Muttertag! “ Wie jetzt” sagt sie “ du läufst, nicht mit dem Auto? Das hältst du doch nie durch!” So, und jetzt erst recht! Meine Motivation war wieder komplett da.
Irgendwie wurde es dann aber beim weiterlaufen komisch und die da unten hatten wohl die Schilder ausgetauscht, auch ne nette Art jemanden zu begrüßen. Gut, wir schlagen uns schon durch und kommen bestimmt da vorne gleich wieder auf die Straße, die wir eingeplant haben.
Hm, irgendwie nich. Die ersten Zweifel kommen hoch und ein wirklich schönes impulsantes Pferd regte unsere Ideen an. Der Besitzer war anderer Meinung! Dann eben nicht.
Auch mein Vorschlag, auf der Bank vor der Schulbushaltestelle bis morgen früh zu warten, stieß bei Arnold auf taube Ohren.
Irgendwie ist das doch komisch – kaum bin ich dabei verläuft Arnold sich das erste Mal. Liegt das jetzt an mir? Oder hat er das jetzt mit Absicht gemacht, damit ich mich wieder vom Acker mache und er sein gewohntes Tempo einnehmen kann ….
So lange die Füße tragen ….., und eins und zwei und drei ….ein Hut, ein Stock, ein alter Mann …(das versteht nur der, der das kennt, wenn nicht bitte fragen, bevor es da zu Missinterpretationen kommt).Ich erinnere mich an mein Zeit im Ferienlager. Ja man setzt sich schon mit seinem Leben auseinander auf so einem Weg.
Wir sind da, zwar woanders, aber Arnold sagt Etappenziel erreicht! Ich wiederspreche natürlich nicht. Jetzt muss uns nur noch Iris finden. Eine nette Dame, die in Gedanken mit uns läuft und uns auch telefonisch begleitet. 5 km ist sie nur noch weg! Wie schön! Wir lassen uns an der Straße nieder und ich entledige mich meiner Schuhe und schmeiße sie im hohen Bogen weg.
Ich belohne mich mit einer Zigarette und Arnold lässt sich von dem Selbstauslöser seiner Kamera ärgern. Aber auch das wird gemeistert. Wir grübeln über der Karte und suchen verzweifelt den Fehler in der Matrix. Ähm wo bleibt Iris eigentlich? Die Sonne geht schlafen und mich fröstelt ein wenig. Da klingelt das Telefon:”Wo seid ihr bloß? “ Im Rücken hat sie ein einheimisches Ehepaar von ihrem Sonntagsspaziergang eingefangen, die jetzt ihr Auto aus der Garage holen um uns zu suchen. Und schon wieder kommen die Erinnerungen an Tom Hanks.
Alles wird jetzt gut, denke ich im Auto von Iris, die freundlicherweise die Heizung bis zum Anschlag aufgedreht hat. Arnold fährt vor uns, fest entschlossen, bei der Lebenshilfe in Rinteln nochmals um Unterschlupf zu bitten.
Und auch das, wie soll’s anders sein, klappt. Also checken wir ein -im Seniorenwohnheim. Wie für mich gemacht, überall Handläufe. “Das ist hier nicht die Entbindungsstation, hör auf zu stöhnen” sagt Arnold. Und mir ist es schon fast peinlich. Während Arnold locker und frei neben mir läuft schmerzt mich jeder weitere Schritt in Richtung meines Zimmers.
Glücklich und zufrieden falle ich in mein Bett und beim einschlafen denk ich noch so : Welcher Typ hat eigentlich behauptet der Weg ist das Ziel …..