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Kategorie Etappe 11 – von Bad Salzuflen nach Bielefeld

11.Mai – Montag ist doch eigentlich Schontag?

Dienstag, 12. Mai 2009

Ein Bericht von Marja

8.00 Uhr – ich schlage die Augen auf. Oh mein Gott was ist passiert?
Sofort denke ich an diese liebe Nachtschwester, die mir diesen Lift für heute morgen versprochen hat.
Super, also ist das Problem ja schon mal gelöst. Als nächstes schmeiße ich mein oberstes Gebot über Bord – schiet wat auf die Haare, Cap übern Dötz und gut.
Jetzt mach ich mich auf die Suche nach Ironmen, vermute ihn bei seiner 10. Runde Frühsport um den Block.
Auf geht’s zum Frühstück. So eine lustige und herzliche Atmosphäre findet man in keinem 3 Sterner – 100 pro! (Und erst recht nicht in einem 5er) Heißer Kaffee und Schnittchen, eine Zeitung für Herrn Schnittger, wo uns gleich auf der Titelseite der Vorbericht aus Rinteln in die Augen springt. Besser kann ein Tag doch nicht beginnen.
“Heut ist’s nur ein ein Klacks “ sagt Arnold, “hm”sach ich:” Wie soll ich ihm bloß sagen, das ich nicht mehr laufen kann. Naja, mach ich später, erst mal los. Ratzfatz die Autos positioniert und auf geht’s die richtige Route finden. Und schon sind wir wieder auf dem Weg, heute nach Bielefeld. Ich beiss einfach die Zähne zusammen und spreche mir Mut zu, das ich es wenigstens bis in den nächsten Ort schaffe. Bei dem Tempo das ich drauf habe könnte Arnold, wenn ich ihn an die Hand nehmen würde, noch gemütlich ein Nickerchen machen. Aber gut, dabei sein ist alles!
Der erste Ort ist in Sicht und ich denke, ich schaffs jetzt auch bis zum nächsten.
“Ich finde, du läufst jetzt total locker” meint Arnold. “Wenn du wüsstest an was ich grad denke, damit das geht” sach ich. Und das bleibt auch mein Geheimnis!
Das Wetter hält sich gut, bewölkt aber kein Regen und den richtigen Weg! Und so kommen wir Stück um Stück in Richtung Bielefeld. Heute machen wir keine Kaffeepause, sind ja eh bald da. Dafür bekommen wir ein Abenteuer der besonderen Art. Auf einmal Baustellenschilder und zack – Gehweg ist einfach zu Ende und eine riesige Baustellenlandschaft tut sich vor uns auf. Mir sitzt ein Kloß im Hals bei dem Gedanken, was wäre, wenn heute Rollifahrer dabei gewesen wären. Unmöglich, aber das ist wohl diese Barrierefreiheit die hier in Deutschland gemeint ist. Wir kämpfen uns mit dem glücklicherweise lehren Rolli über die Baustelle.
Nur noch einmal um die Ecke, meint Arnold und da steht dann auch SCHON Dein Auto.
Ich schaue vorsichtig hoch und entdecke mittig der Straße etwas rotes. Aus Angst vor einer Morgana sehe ich schnell wieder auf den Boden und laufe weiter.
Bis jetzt war mein Auto immer ein Gebrauchsgegenstand für mich aber nun wird mir schlagartig klar: Ich liebe dieses Ding aus tiefstem Herzen!
Als wir alle Sachen verstaut hatten ging es motorisiert Richtung Rathaus wo Frau Steinmann und ein Fotograph der örtlichen Presse auf uns warteten.
Reiß Dich zusammen wenn die uns knipsen, sagt Arnold. Also das Motto benannt nach dem gleichnamigen Lied von Wecker ist doch: Inwendig warm, und in einer Zeile heißt es da doch: und wenn Dir etwas weh tut, dann schrei! Also Arnold – biiiidddde! Aber ich wird mich bemühen!
Vom Auto zum Rathaus waren es dann noch ca. 3000 KM. Laufen kann man meine Art der Fortbewegung nicht mehr nennen.
Frau Steinmann und ihr Fotograph empfingen uns mit neugierigen Blicken und sehr interessiert an diese Aktion. Das Foto war schnell im Kasten und jetzt noch ein paar Fragen beantworten.
“Seit wann sind Sie denn dabei?” Peng, und nu? Ich überlegte kurz, aber handelte dennoch nach einer meiner wichtigsten Prinzipien – Ehrlichkeit! Ich entschloss mich aber anstatt “Gestern” dafür “seit Rinteln” zu antworten. Hört sich irgendwie besser an fand ich. Mittlerweile wurde es echt kalt, aber egal, Frau Steinmann fragte so interessiert nach, da mussten wir doch erst mal all unsere Informationen los werden.
Ca. eine Stunde später standen wir dann wieder an unserem Ausgangspunkt mit dem Vorhaben nach Hamburg zu fahren. Arnold telefonierte und ich freute mich indes auf meine Badewanne. Arnold holt Nico zu sich und ich muss nach Hause und für einen Tag unterbrechen , zwei Termine abhandeln, Kind auf Klassenreise schicken etc.
“So” Arnold legt auf :”Morgen laufen acht Bundeswehrsoldaten mit! Wie schön!” Wie jetzt, denke ich und fang an zu überlegen: Muss ich wirklich nach Hause? Und eigentlich bin ich ja total fit!……..


Lieber Arnold! Ich ziehe den Hut vor Dir und dieser unglaublichen Kraft, die Du in Dir trägst!!!!!
Ich bin stolz ein Mitglied des Ganzen sein zu dürfen!
Das, was ich bisher mit meinen Möglichkeiten geben konnte ist nur ein kleiner Bruchteil von dem was ich bekommen habe! All die liebenswerten Menschen, die ich seitdem getroffen habe, all die aufrichtige Herzlichkeit und Wärme, die ich erfahren habe…….
Ich bin sehr glücklich und dankbar!!!!