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Kategorie Etappe 19 – von Bochum nach Essen

Ja, was schreibt man an einem Tag nach so vielen Eindrücken?

Dienstag, 26. Mai 2009

Naja, der Tag war gelungen, der Weg war super schön. Drei Frauen, zwei
Männer, ein Kind waren auf der Erzbahnstrecke, die quer durch einen Teil
des Ruhrpotts führt, unterwegs.
Meine Gedanken gehen jetzt am Abend eigentlich irgendwo abseits von
diesem Weg.
Ich frage mich warum muß eigentlich jemand quer durch Deutschland
laufen. Na klar, er möchte ein wenig Aufmerksamkeit bekommen und auf
Probleme hinweisen. Ein wenig für Nico, aber auch sehr viel für die
generelle Situation von Problemen in unserem Land.
Bezug ist natürlich in diesem Fall immer die Behinderung seines Sohnes.

Was durfte ich heute lernen?

1. Das Durchhaltevermögen von Betroffenen muß unvorstellbar groß sein.

2. Behördenwillkür?!
Klar man hat einen Antrag und muß entscheiden. Nur das Stück Papier
(Arno auch dein „Vierzeiler) führt zu einer Entscheidung. Häufig führt
das zu leider zu großen Ungerechtigkeiten.

Warum?

Wir reden hier von individuellen Entscheidungen, die leider den
einzelnen Fall garnicht richtig einordnen können.
(leider muß ich mir hier selbst widersprechen, es sind keine
Einzelfälle) Wir haben schlicht und einfach das Problem, das vieles nach
den Buchstaben des Gesetzes geregelt ist, und dadurch schnelle und
praktikable Hilfe häufig erstmal nicht möglich ist.

3. Was lerne ich daraus?

Es gibt Situationen, die ich nicht auf den ersten Blick entscheiden
darf. Ich muß auch mal hinschauen, was passiert dort eigentlich. Ab und
an sollte man das persönliche Gespräch suchen und dann alle
Möglichkeiten abklopfen, ob es nicht eine bessere (und vor allen Dingen
schnellere) Lösung gibt.

4. Was kann das für uns bedeuten?

Rein finanziell betrachet: Eltern, die sich um ihre Schwerstbehinderten
Kinder kümmern, sparen der Gesellschaft eine Menge Geld und nehmen sie
aus der Verantwortung. Das alleine sollte doch schon Grund genug sein
(eigentlich dürfte das nie der Grund sein), ihnen etwas mehr zu helfen.

5. Liebe Politiker, liebe Behörden und auch alle anderen. Versucht mal
andere Wege zu gehen, sie würden schnelle Hilfe bringen und den
Betroffenen das Leben etwas einfacher machen.

PS: Nico, Arno, ich wünsche Euch für die Zukunft auch weiterhin, all die
Widrigkeiten gut zu überstehen. Ich bin stolz daruf Euch zu kennen.

Ich wollte hier keinen einfachen Tagesbericht schreiben, weil mir dazu
heute einfach die Worte fehlen. Es sind einfach nur ein paar
unvollständige Gedanken, die aber vielleicht hier und dort einen
Denkanstoß loslösen können.

Uwe