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Kategorie Etappe 06 – von Walsrode nach Schwarmstedt

Von Walsrode nach Schwarmstedt

Samstag, 08. Mai 2010

6. Etappe „inwendig warm“ Walsrode/Schwarmstedt

Nach einer ruhigen Nacht im Gemeindehaus in Walsrode war ich mal wieder um 7 Uhr wach und um halb acht abmarschbereit. Arnold pennte sich noch einen zurecht und ließ sich auch nicht durch einen – an der Luftmatratze servierten – Kaffee mit abartig viel Zucker wachrütteln. Ich schnappte mir seinen Rechner (meiner spielte nicht mit mir) und legte ihn Internettechnisch erstmal lahm. Toll!

Als Arnold wach wurde, war  er entsprechend begeistert, aber er war wach. Es dauerte noch die üblichen zwei Stunden, bis er seine großflächige Verbreitung über ALLE Räume rückgängig gemacht und alle sieben Sachen wieder in seinem Auto verstaut waren.

Wir starteten frohen Mutes mit herrlich dunkelgrauen Wolken am Himmel gen Schwarmstedt. Mein Fuß forderte – wie immer nach der Hälfte der Strecke – die Auszeit und ich bestieg das PORTA!-Mobil um Arni mit Streckeninfos zu füttern. Kaum saß ich, fing es an zu regnen. Aber wie!

Mehrmals versuchte ich, Arnold ins trockene Auto zu lotsen. Aber der sture Bock lief immer weiter. Selbst als das Ortsschild von Schwarmstedt schon in Sicht war, lief er unbeirrt weiter, erreichte das Schild und drehte dann erst um, um sich von mir und dem PORTA!-Mobil zu seinem Auto bringen zu lassen. Ist das nun konsequent, oder was?

Wir holten die Me….Arnolds Auto nach, um uns mit Ulrike zu treffen, die Arnold bereits im vergangenen Jahr sehr unterstützt hatte. Sie brachte uns zu unserem Hotel, in dem sie freundlicher Weise unsere Übernachtung organisiert hatte. Ich wollte dann spontan hintenüber fallen, als ich die VIER STERNE Superior am Hoteleingang vorfand. Ich fühlte mich erstklassig deplatziert. Die Benimm-Regeln für so ein Haus fand ich dann aber doch enorm lückenhaft und verstaubt in der hintersten Ecke meines Hirnes vor.

Die Besitzer des Hotels Heide-Kröpke , Frau Zimolong und Herr Wilmes, hatten Nachsicht und begrüßten uns herzlich, so dass sich schnell ein unglaublich ungläubiges, inwendig warmes Gefühl in der Bauchgegend breitmachte. Weil wir keine Badekleidung mitgebracht hatten, uns aber auch der Pool zur Benutzung offenstand, durften wir uns Badekleidung vom Haus ausborgen. Toll!

Also rauf zu unseren Zimmern: Meins war ein Mädchentraum, mit Himmelbett. Schöööön! Arnold hatte das Modell „Herrenzimmer“. In Rekordzeit pellten wir uns aus unseren Klamotten, rein in die Badesachen, kuscheligen Bademantel übergeworfen, Puschen an die Füße und schon schlurften wir los.

Ich als ausgesprochene Wasserratte wäre gern die ganze Nacht im Wasser geblieben, aber es zogen dermaßen genussversprechende Gerüche durch die Gänge, dass wir also wieder den Weg zurück zu den Zimmern suchten. Dummerweise haben wir das falsche Treppenhaus gewählt und hätten mit Puschen und Bademantel bekleidet durch den Regen und über den Hof gemusst, wenn uns nicht zufällig ein Zimmerkellner verzweifelt hinter der Glastür hätte winken sehen.

Weil ich für die Berichterstattung ohnehin noch ein Foto von Arni´s Zimmer machen wollte, schlappte ich also hinter ihm her, er öffnete die Tür und ich brach lachend zusammen: hat der Kerl es doch in WENIGER ALS 10 MINUTEN geschafft, das Zimmer in eine Messihütte zu verwandeln. Unglaublich, wie schnell er das kann!

Frisch geduscht und in das beste Stück Stoff gehüllt, dass unsere Reisetaschen so hergaben, machten wir uns auf den Weg zum Restaurant. Die Kellner wuselten unglaublich leise und aufmerksam um uns herum, kredenzten uns eine Maibowle als Aperitif (Hui! Die bahnt sich langsam, aber mit Nachdruck den Weg zum Kopf!)und machten uns mit einer Lachsterrine als Vorspeise schon mal den Mund wässerig.

Arnold hat einer Heidschnugge ein Stück ihrer Schulter abspenstig gemacht und ich hielt mich vorsichtshalber an ein Schnitzel vom Jungschwein. Als das Essen serviert wurde, vernahm man nur noch gefräßiges, genussvolles Schweigen. Gruß an den Koch: besser geht’s nicht!

Zurück auf den Zimmern wollten wir unsere Arbeit verrichten, Berichte schreiben, Bilder online stellen, aber die exponierte Lage mitten in der Heidelandschaft machte uns einen dicken Strich durch die Rechnung. Also legten wir uns und unsere gut gefüllten Bäuche zum Schlafen ab. Ich habe selten so gut geschlafen und stellte rundum zufrieden fest, dass ich an diesem einen Abend mehr Entspannung und Energie tanken konnte, als während meiner dreiwöchigen Kur.

Diese inwendige Wärme wird mich noch lange begleiten.