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Kategorie Etappe 07 – von Schwarmstedt nach Wedemark

Von Schwarmstedt nach Wedemark

Samstag, 08. Mai 2010

7. Etappe „inwendig warm“ Schwarmstedt/Wedemark

Nachdem wir uns also so richtig gut im Hotel Heide-Kröpke ausgeschlafen hatten, waren wir noch im Restaurant mit Ulrike zum Frühstück verabredet. Das Frühstück war mindestens genauso gut, wie das Essen am Abend vorher. Die Bison-Leberwurst war im Angebot, wurde direkt verkostet und auch für extrem schmackhaft befunden. Spannend fand ich die Form des „Frühstücksei warmhalten“: die Eier thronten in einem Bett aus Salz, welches wiederum in einer Wärmerie von unten beheizt wurde. Doll, muss ich mir merken.

Wir haben uns alsbald in ein langes Gespräch mit Ulrike vertieft und uns letztlich kaum trennen können, aber wir sind ja nicht zum Spaß hier, also rein in die Autos und los. Das Porta!-Mobil wurde wieder auf der Hälfte der Strecke geparkt, zurück zum Start und los ging`s. Auf dem Weg zum Startplatz in Schwarmstedt durften wir schon einmal die L 190 bewundern, die kilometerlang nur geradeaus führt. Das schlägt gewaltig auf die Moral…!

Kaum hatten wir die Autos verlassen, als es auch schon zu regnen begann. Auch das noch! Also in die Regenklamotten gepellt und nun aber los.

Der Regen war saukalt, der Wind, der mir in den Kragen kroch, auch. Die Straße war noch länger geworden, ehrlich! Das geht! Und die Autofahrer werden von Jahr zu Jahr sozialbehinderter. Oder hat Mensch in dieser Region IMMER ein Auto unter dem Hintern? Geht nie einer zu Fuß?

Manche Fahrer jedenfalls lenkten erst im allerletzten Moment ein kleines Stück zur Seite. Klar, so ein Fußgänger macht unheimlich böse Flecken auf dem Auto und Beulen hinterlässt so ein Zusammenstoß sicher auch. Ich bin mir sicher, wenn dem nicht so wäre, hätten die uns einfach überfahren.

Irgendwann war ich so voll vom Adrenalin, dass ich mir die Kopfhörer in die Gehörgänge steckte und den Autofahrern lauthals singend entgegenlief. Bei den Rehen im Wald und bei Arnold möchte ich mich hier dafür in aller Form entschuldigen.

Irgendwann waren alle Lieder gehört, der Regen regnete, der Himmel hatte weiter seinen dunkelgrauen Pullover angezogen (meine Stimmung übrigens auch) und die Straße nahm immer noch kein Ende. Ich trabte inzwischen wieder hinter Arnold und nicht mehr vor ihm, schaltete meinen Kopf auf Leerlauf (NEIN! DAS IST NICHT DER DAUERZUSTAND!), versuchte, den Schmerz in meinem Fuß zu ignorieren und Arnolds Tempo zu halten.

Als wir endlich das PORTA!-Mobil erreichten, wäre ich sicher stumpf weiter geradeaus gelaufen, wenn Arnold nicht plötzlich die Richtung gewechselt hätte. Nicht mal freuen konnte ich mich. Habe nur noch Schmerz wahrgenommen und natürlich direkt ein Wanderverbot für den nächsten Tag ausgesprochen bekommen. Super! Danke auch.

Wir warteten also beim China-Restaurant auf die angekündigten Mitwanderer rund um Heidemarie Leide vom Bürgerverein Gailhof. Pünktlich trafen sie ein und ich hoffe, ich konnte meine Miene wieder auf „freundlich“ stellen. Falls nicht, so seien Sie mir bitte nicht böse und seien Sie versichert, ich bin nicht immer so. Nur wenn ich Schmerzen habe.

So konnte Arnold dann mit den netten Leuten um die Felder ziehen, mir blieb wieder nur das Fahren des Begleitfahrzeuges.

Nachdem das eine und das andere Feld an uns vorbeigerapst war und ich irgendwo total die Orientierung verloren hatte, konnten wir die Etappe in Gailhof im Gemeindehaus beenden. Wir wurden fürstlich bewirtet, eine Wildsau hatte ihr Leben gegeben für eine superleckere Mettwurst, wir hatten Zuhörer, die jedes einzelne Wort von uns ganz tief aufnahmen und ganz prima Gesprächspartner. Wir erfuhren von der ebenfalls behinderten Enkeltochter des Dorfchronisten und von spannenden Begebenheiten rund um die Dorfuhr. Den Trick des früheren Pastors, die Uhr einfach vorzustellen, um nach dem Gottesdienst früher zu Tisch gehen zu können, werde ich mir merken. Vielleicht brauche ich ihn ja mal im Umgang mit unserem Hauptwanderer Arnold. 😉

Wir hatten freundlicherweise von Michi seine Butze als Quartier angeboten bekommen, haben diese aber letztlich nicht genutzt, weil uns wieder eine Übernachtung inkl. Frühstück in der Pension Beermann gestiftet wurde. Danke an Michi für dein Angebot und Danke an den Spender der Pensionsübernachtung.

Dort angekommen, spielte wieder einmal die Technik verrückt, so dass Bilder und Bericht ein weiteres Mal nicht den Weg ins Internet fanden.

Mein Fazit: Noch so atmungsaktive Funktionskleidung hat keinen Nutzen, wenn man obendrüber eine Vollplastikverkleidung zieht.