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Kategorie Etappe 08 – von Wedemark nach Hannover

Von Wedemark nach Hannover

Sonntag, 09. Mai 2010

8. Etappe „inwendig warm“ Wedemark/Hannover

Auch die gestiftete Übernachtung in der Pension war hervorragend ruhig, das Frühstück sehr reichhaltig und lecker.

Da sich keine Mitwanderer für diese Etappe gefunden hatten und ich gegen das Wanderverbot nichts ausrichten konnte, waren wir in der Startzeit sehr frei und zockelten erst gegen Mittag los. Genau genommen lief also Arnold zu Fuß, ich parkte irgendwo und erledigte meine Büroarbeiten. So kam ich mir nicht ganz so unnütz vor.

Der junge Mann hatte offenbar Rückenwind, jedenfalls war er enorm fix am Treffpunkt. Kurz darauf konnte er schon die Etappe als „geschafft“ betiteln. Arnolds Wunsch nach einem griechischen Mahl schloss ich mich gerne an und machte mich auf die Suche nach einer Oase der genussvollen Glückseligkeit. Schnell war ein Restaurant gefunden, das Geheimnis der „kretischen Kartoffeln“ gelöst und der Hunger bekämpft.

Blieb noch das Problem der Unterkunft. Die zugesagte Unterstützung für den Hannoveraner Bereich war ausgeblieben, so dass wir beschlossen, uns in Richtung Barsinghausen nach einer Schlafstätte umzutun.

Das TomTom und ich gerieten während der Fahrt wieder einmal aneinander, weil es sich nicht auf eine Fahrspur festlegen wollte/konnte und ich demzufolge immer wieder blödsinnige Richtungsänderungen vornehmen musste.

Trotz des TomTom´s erreichten wir Barsinghausen, stellten fest, dass die Infotafeln offenbar eher dazu genutzt werden, dem Wandersmann mitten im Binnenland See-Bestattungen zu offerieren, als Übernachtungsmöglichkeiten anzupreisen. Also sind wir nochmal weiter  gefahren, bis mein Auge ein Hinweisschild zu dem örtlichen Kloster Barsinghausen wahrnahm.

Dank unserer Außenstelle in Gütersloh weiß ich nun, wo ich die vor Tagen von mir gesuchte Zeile im neuen Testament suchen muss, nämlich: Matthäus 7, Vers 7: Suchet, so werdet ihr finden. Bittet, so wird euch gegeben. Klopfet an, so wird euch aufgetan. Ganz nebenbei bemerkt ist das auch mein Konfirmationsspruch.

Wir FANDEN also das Kloster, klopften nicht an, weil die Tür bereits geöffnet war, BATEN um eine Möglichkeit zur Übernachtung, wurden lange – nicht im Regen, aber in der Halle – stehen gelassen, bis uns eine Ordensschwester im Vorübereilen erklärte, eine Übernachtung sei nicht möglich und nun müsse sie ganz dringend zum Bahnhof. Und überhaupt würden sich Übernachtungsgäste vorher schriftlich ankündigen und den Grund nennen. „…und nicht so Pensionsartig.“

In den Werbebroschüren des Klosters fand ich einen Satz, der mich zuerst beeindruckte. SIE handeln gegen Ihr Leitbild und gegen diesen Satz, der da lautet:

„Unsere Häuser werden Brunnenhäuser sein, in denen das Wasser fließt, nicht verschlossen, sondern offen. Ich wünsche, dass viele kommen und trinken und selber Quellen des Lebens werden.“ (Maria Ward)

Gerne hätte ich von dem Wasser getrunken, um auf unserer Wanderung – wenn nicht eine Quelle des Lebens – so doch eine Quelle des Mutes und der Entschlossenheit sein zu können.

Ihr Haus hat mir dies verwehrt.

Liebe Schwestern der Kommunität des Klosters Barsinghausen: ich erkläre Ihnen auf Grund Ihres Verhaltens hiermit meinen Austritt aus der evangelischen Kirche. Wären Sie bitte so freundlich, dies an die entsprechende Stelle weiter zu leiten? Bitte vergessen Sie hierbei nicht Ihre Rolle. Danke.