Eine Aktion des Vereins NICOS FARM e.V. Startseite| Kontakt| Impressum| Datenschutzerklärung

Kategorie Etappe 11 – von Appelern nach Rinteln

Von Apelern nach Rinteln

Donnerstag, 13. Mai 2010


Bisschen müde, aber pünktlich um 11 Uhr starte ich von der Kirche in Apelern. Ziel: Rinteln. Dort bin ich gestern bereits eingetroffen. Lösung des Paradoxons: Ich bin abends bereits mit dem Porta-Mobil zu Heike gefahren. Heike Bergmann und ihr Mann sind die Herausgeber des Stadtmagazins „Der Rintelner“, eine Monatszeitung, die sie mit viel Herzblut verlegen. Eigentlich ist Heike  n u r  eine Telefonbekanntschaft. Bei unserer letzten Inwendig-warm-Tour 2009 meldete sie sich bei mir und unterstützte die Aktion mehrmals. Klar, dass ich sie in diesem Jahr wieder angesprochen habe. Kennt Ihr das? – man telefoniert mit einem Menschen und sofort hat man das Gefühl von Vertrautheit. Und so sind Heike und Rolf diese Sorte von Menschen, die einem vor Herzlichkeit schwindelig werden lassen. Ich hatte Heike erzählt, dass uns die Grünen in Hannover haben hängenlassen. Sofort lud sie mich bei sich zum übernachten ein.

Ja, ja, die Grünen. Sie hatten angefragt, wie sie uns unterstützen könnten. Ich mailte zurück, dass bisschen Öffentlichkeitsarbeit nett wäre und ein Dach über den Kopf wäre auch schick. Ganz bescheiden, nur etwas wo’s nicht reinregnet. Leider nie wieder von gehört. Kenne ich aber schon von Hamburg. Haben die Grünen, und ganz besonders enttäuschend die Grünen, unser Wohnprojekt „Nicos Farm“ siehe auch www.nicosfarm.de – ignoriert, boykottiert und somit unser Wohnprojekt, Lebensraum von Eltern mit behinderten Kindern, verhindert. Ein grüner Politiker, an einem Infostand zum Wohle von Legehennen, von mir mit dem Vorwurf konfrontiert, sie täten zu wenig für behinderte Menschen, sagte mir dann auch unverblümt: „Um Einzelschicksale können wir uns nicht kümmern“. Auch die liebe Krista Sager, an dem selben Stand große „Hühner“Politik machend, schlug, wenn auch rhetorisch sehr viel feinfühliger, dennoch leicht angewidert, in die gleiche Kerbe.

So. Bisschen Politik, sparsam eingesetzt, muss auch auf so einer Veranstaltung wie Inwendig warm  mal erlaubt sein. Wenngleich ich lieber pfeifend und fröhlich meines Weges ziehe. Auch, wenn die Regenwolken, hinter den Hügeln lauernd, meine Schrittfrequenz deutlich erhöhen.

Ereignislos erreiche ich kurz vor Rinteln den Parkplatz Steinzeichen. Hier haben wir uns bereits 2009 mit der Lebenshilfe Rinteln getroffen. Wieder stehen fast 30 Menschen dort, die ich alle freudig begrüße. Einige kenne ich noch aus dem letzten Jahr. Im letzten Jahr versprach der Bürgermeister, Herr Göbel, uns auf der letzten Etappe zu begleiten. Er hat Wort gehalten. Bis nach Rinteln zum Marktplatz, auf dem wieder das obligatorische Gruppenfoto erstellt wird, sind es etwa 6 Kilometer. Herr Göbel outet sich als alter Segler. He, da haben wir ja Gesprächsthemen für die nächsten 60 Kilometer. Ich taste mich langsam vor und erzähle ihm dann von unserem Laternenumzug „Ein Lichtermeer für behinderte Kinder“ Untertitel: „Ein Licht von Kind zu Kind“, weil nämlich nichtbehinderte Kinder für behinderte Kinder Laternen basteln. Das haben wir in Hamburg im letzten Jahr auf wunderschöne Weise realisieren können.  Für den geneigten Leser: http://www.nicosfarm.de/laterne09.html

In diesem Jahr nun wollen wir diese Aktion bundesweit durchführen. Gemeinsam mit unserem befreundeten Verein „nestwärme Deutschland e.V.“ versuchen – Quatsch – machen wir! einen Laternenumzug für behinderte Kinder in ganz Deutschland. Keine Sorge, ich komme beizeiten darauf zurück.

Irgendwann treffen wir auf dem Marktplatz ein, machen besagtes Gruppenfoto und dann spendiert der Bürgermeister eine Lage Eis für alle. Abends treffe ich mich mit Freunden von Heike und Rolf zum Bowling. Wunderschöner Abend, der erst nach intensiven philosophischen Gesprächen in der Küche von Heike und Rolf um 3 Uhr endet. Nun wisst Ihr auch, weshalb ich mit meinen Berichten immer bisschen hinterher hinke.