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Kategorie Etappe 23 – von Bochum nach Essen

Von Bochum nach Essen

Dienstag, 25. Mai 2010

23. Etappe „inwendig warm“ Bochum/Essen

Die gestrige Anreise war verhältnismäßig entspannt, was auch daran lag, dass wir mit dem heilen gelben Blechle mit kuscheligen 100 Stundenkilometern über die Autobahn geshoppert sind. Ich trau dem Auto noch nicht so recht.

In Soltau hätte ich direkt die Gelegenheit gehabt, mein Auto nochmals zu schrotten, diesmal allerdings ganz ohne eigenes Zutun. Wollte doch – weil „urplötzlich“ ein Stau auf der Autobahn war – ein Wohnmobil ins gelbe Blechle donnern. Miste, da waren sie wieder diese Reflexe, die mich flugs auf den Standstreifen ausweichen ließen. Schade eigentlich, wär ich doch meinem Traum von einem VW Caddy erheblich näher gekommen. Und die Schuldfrage wäre auch eindeutig gewesen.

Bis auf eine Biene am Schienbein (wo die herkam bleibt mir ein Rätsel) , einen Sandsturm in Höhe von Gütersloh und einen brennenden Reisebus, der Fabian Gesprächsstoff für den Rest der Strecke lieferte,  war die Fahrt total entspannt.

Nach einem leckeren Mahl beim Griechen an der Ecke, warteten Fabian und ich dann allerdings erstmal vor Moni´s und Heinz´ Haus vergeblich auf Arnold. Selektives Hören beherrscht er, soviel ist mal klar. Glücklicherweise war Moni jedoch vorzeitig nach Hause zurückgekehrt, so dass wir nicht auf das Erscheinen des Oberfarmers und des, von ihm mitgeführten Haustürschlüssels, warten mussten.

Die inwendige Wärme, die Moni und Heinz uns auch in diesem Jahr wieder entgegen bringen, umhüllt uns wie ein warmer Mantel. Schön, wieder hier sein zu dürfen. Die Nacht wurde lang, der Morgen kam plötzlich und mit ihm auch die Aufbruchsstimmung zur heutigen Etappe.

Mit der – schon üblichen – Verspätung verließen wir das Haus, kurvten – von zwei wildgewordenen Navis geleitet – durch Essens Einbahnstraßen, um nach Bochum zur Jahrhunderthalle zu fahren. Wir tigerten natürlich auch erst einmal in die falsche Richtung davon, merkten unseren Fehler aber recht bald am gesperrten Gehweg. Laufrichtung korrigiert und nun ging es…schleppend voran.

Das erste Hindernis erwartete uns bald in Form einer Treppe, die zu einer – in schwindelnder Höhe montierten – Brücke führen sollte. Hervorragend! Glücklicherweise kann Fabian die Treppen selber erklimmen, so dass ich, den Rolli hinter mir herziehend, die Treppe bewältigen konnte. Auf halber Höhe hatte ich den ersten Kontakt zu einem wirklich „sozialbehinderten“ Menschen. Fand er doch, dass:

a)      ich den Rolli die Treppe hochwuchtete, sei schon völlig plemplem,

b)      nachdem ich ihn über das heutige Tagessoll aufklärte und den Grund unserer Wanderung äußerte er, so viel Zeit und Geld möge er mal haben.

Haben wir nicht du Hirsel, darum machen wir das ja!

c)       man könne ihm noch Geld anbieten für den Lauf und er würde keinen Schritt gehen.

Nee, ist klar. Ich wünsch dir einen verständnisvollen Zivi. Bald.

Arnold, ein Stück weiter unten auf diesen Herren treffend, bekam nur einen Vogel gezeigt. Nun denn, es gibt noch viel zu tun und ich hoffe, die Dummen sterben bald aus. Rein von außen betrachtet, kann es jedenfalls nicht mehr lang dauern.

Als wir diese Hürde(n) überwunden hatten, empfing uns die wunderschöne Erzbahnstrecke. Links Grün, rechts Grün, in der Mitte ein ausreichend breiter Radwanderweg und in der Ferne leuchteten uns die Schachtzeichen in Form von dicken, gelben Ballons entgegen. Schön!

Schön heiß wurde uns auch recht bald, hatten wir doch heute kuschelige 23 Grad und Sonnenschein.

Irgendwie wollte sich heute bei mir kein rechtes Lauftempo einstellen und ich hatte bald mit Seitenstechen, Schnappatmung und Schweißausbrüchen zu kämpfen. So nutzen wir dann auch die erste (und einzige) Möglichkeit zur Einkehr.

Die georderte „Kleinigkeit“ in Form einer C-Wurst mit Streifenkartoffeln kam auf einem riesigen Teller daher. Die Portionen waren ebenfalls riesig, sogar Fabian musste vorm Erreichen des Tellerbodens das Wörtchen „Satt“ aussprechen. Puh! Die kurze Nacht und die extragroße Mantaplatte forderten nun ihren Tribut und klebten uns förmlich am Sitzmöbel fest. Aber, wir sind ja nun mal nicht zum Spaß hier, also – zurück auf die Strecke – und weiter geht’s.

Auch auf dem Rest der Strecke war die Erdanziehung auf „extra stark“ kalibriert, die staubbedeckten Füße ließen sich nur unter Mühen vom Boden ablösen und nach vorn bewegen.

Zurück in der Zivilisation ließen wir uns dann von einem der Navis leiten, bei der Gelegenheit baute das Teil uns dann auch gleich mal einen herrlich langen Umweg ein. Wunderbar…!

Müde, verschwitzt und total erschöpft erreichten wir dann nach über 20 Kilometern endlich das Etappenziel Essen, Moni hat uns dankenswerter Weise zurück nach Bochum zu unseren Autos gefahren und uns noch mit einem leckeren Abendessen verwöhnt.

Fabian liegt im Bett, ich habe mein Feierabendbier intus, pflege meine schmerzenden Glieder und kann nun – nach Beendigung meines Berichtes – sagen:

Ich habe fertig!