Herr Spahn, ich komme wieder!

Inwendig warm 2018
„Herr Spahn, ich komme wieder!“
Liebe pflegende Angehörige, liebe Pflegende und liebe zu Pflegende,
vor kurzem bin ich zu Fuß von Hamburg nach Berlin gewandert, um mein Entsetzen über die Ernennung von Jens Spahn zum Gesundheitsminister auszudrücken.
Die Aktion hat ein unerwartet hohes Presseinteresse ausgelöst.
Dieses Interesse möchte ich nicht verblassen lassen. Dann wäre alles umsonst gewesen. Deshalb folgt nun eine weitere Aktion:
„Herr Spahn, ich komme wieder“
Solange diese erbärmliche Pflegesituation die Zukunft meines Sohnes gefährdet, werde ich immer wieder kommen.
Ich habe in einem Aufruf alle, die mit Pflege zu tun haben, gebeten, mir einen Brief zu schreiben, in dem sie über ihre Lebens- und Leidensgeschichte berichten; mir schreiben, was ihnen auf der Seele brennt. Diese Briefe werde ich Herrn Spahn übergeben. Da es naiv wäre anzunehmen, dass er auch nur einen einzigen lesen wird, werde ich vor dem Ministerium für Gesundheit eine Lesung halten und aus den Briefen (anonymisiert) vorlesen.
Obwohl die Zahl derer, die von oder mit Pflege betroffen sind, eine zweistellige Millionengröße erreicht, habe ich bisher nur 5 (in Worten fünf) Briefe mit teilweise erschütternden und erschreckenden Berichten erhalten.
Das ist ein bisschen mager, oder? Das reicht nicht für eine öffentlich wirksame Aktion!
Diese tolle Petition der Hartz-IV-Bezieherin, der es gelang über 200.000 Unterschriften zu sammeln, wurde von Herrn Spahn mit seinem ihm eigenen Zynismus kommentiert, dass somit der Beweis erbracht wurde, auch mit Hartz-IV gesellschaftspolitisch wirken zu können. Kuchen hatte er auch dabei („sollen sie doch Kuchen essen“)
Mit fünf Briefen wird er mich rhetorisch auseinandernehmen und erklären, dass die Pflegesituation bei nur fünf Beschwerdeführern wohl nicht so schlecht sein kann.
Also, bitte schreibt mir, was das Zeug hält!
An die Adresse von Frau Merkel: Es ist doch für uns alle ein Schlag ins Gesicht, wenn vor der Wahl versprochen wird, die Pflege zu verbessern. Und dann, nach der Wahl, wird aus machtpolitischen Erwägungen ein extrem empathieloser Politiker, wie Herr Spahn, zum Gesundheitsminister ernannt.
Wenn zum Krieg spielen der Wehretat ins Uferlose steigt („wir müssen mehr Verantwortung übernehmen“), während aus Kostengründen mehr als 100.000 Pflegekräfte fehlen, wird es deutlich, welchen Stellenwert die Pflege und Fürsorge von Alten, Kranken und Behinderten einnimmt. Es ist erbärmlich! Und wir sind ALLE Betroffene!
Wenn wir diesen unwürdigen Zustand ändern wollen, müssen WIR etwas tun. Nur wer sich bewegt, kann etwas bewegen. Bewegt Euch! Nicht für mich, sondern für Eure Lieben, die vielleicht nicht heute, aber vielleicht morgen die Betroffenen sein können.
KÄMPFEN WIR FÜR DIE, DIE WIR LIEBEN! KÄMPFEN WIR FÜR DIE WÜRDE UNSERER LIEBEN!
Ich weiß, dass viele von Euch am Limit sind. Das bin ich auch sehr oft. Aber eine halbe Stunde Zeit für einen Brief, eine Briefmarke für 70 Cent, müssten drin sein.
Schreibt mir an:
Nicos Farm e.V.
Wandsetwiete 2
22047 Hamburg

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