inwendig warm 2018, Tag 12, „Nicos Farm e.V.“

„Es mag Zeiten geben, da wir gegen Ungerechtigkeiten machtlos sind,
Aber wir dürfen nie versäumen, dagegen zu protestieren !“
( Eli Wiesel )

Nach einem heftigen Unwetter heute Nacht, reißt die Wolkendecke, während ich starte, wieder auf und die Sonne schickt ihre Strahlen durch die Lücken. Ein Tag, wie ich ihn liebe. Heute Morgen hörte ich in den Nachrichten, dass unser Gesundheitsminister eine neue Debatte losgetreten hat: Law and order – sein Spezialgebiet. Dieser sympathische Tausendsassa ist wirklich auf allen Feldern zu Hause. Wie löblich, dann kann sich unser neuer Innenminister ja wieder intensiver um seine Modelleisenbahn kümmern.

Wie hat er das wohl gemeint – Recht und Gesetz? Sicherlich ging es ihm um die Rechte und Gesetze in den Krankenhäusern, den Pflegeeinrichtungen und den häuslichen Pflegeangeboten. Wunderbar! Nun wird dann wohl endlich die Würde der Pflegenden und der zu Pflegenden in den Einrichtungen Einzug erhalten. Schlechte Bezahlung, Unterbesetzung (stets mit einem Bein im Gefängnis), Druckgeschwüre wegen mangelnder Pflege, fehlende Zuwendung, Fehldiagnosen wegen Übermüdung – das ist dann wohl bald Geschichte. Oder habe ich da schon wieder etwas falsch verstanden?

Vor ein paar Tagen jährte sich der 50. Todestag von Martin Luther King. Er wäre hier und heute so wichtig. Ein Martin Luther King der Pflege. Ein Mann mit Charisma und Visionen – „I have a dream“ – der die Massen bewegt. Sie bewegt, endlich aufzustehen und ihre Interessen zu vertreten. Das Interesse an Würde, eine würdevolle Behandlung im Alter, als Mensch mit Behinderungen, als Kranker, als Hilfloser. Ein Mann, der es schafft, die Menschen auf die Straße zu bringen. Für ihre Lieben, aber auch für sich selbst. Denn jeder von uns ist Betroffener!

Ich habe eine ganz schlechte Nachricht für Euch: Wir werden alle sterben!

Es wird nur wenige der Schlag oder der Blitz treffen. Also sollten wir dafür sorgen, dass die, die wir lieben, aber auch wir selbst, eine menschliche Zuwendung erhalten, wenn es dann so weit ist. Oder, wenn wir einfach nur krank, alt,  behindert oder gebrechlich sind.

Lasst es uns tun: die Faust ballen und auf die Straße gehen! Die, die uns regieren, daran erinnern, dass sie geschworen haben, Schaden vom Volk fernzuhalten.

Nicos Farm


Aus Sorge um die Zukunft meines Sohnes habe ich vor einigen Jahren den gemeinnützigen Verein Nicos Farm e.V. gegründet.
Nicos Farm ist ein Wohnprojekt für Eltern mit behinderten Kindern. Alle Eltern vereint die Sorge um die Zukunft ihrer Kinder, wenn wir selbst nicht mehr als „Fürsorger“ zur Verfügung stehen.

Ziel des Projektes ist es, Familien mit behinderten Kindern das Leben durch die Gemeinschaft zu erleichtern und einen Ort zu schaffen, an dem die Kinder auch im Erwachsenenalter bleiben und nach ihren Möglichkeiten wirken können.

Während meiner Wanderaktion „inwendig warm“ von Deutschland bis zum Bodensee („Ich berühr den Himmel – Mit dem Rollstuhl durch Deutschland“), traf ich den Bürgermeister der Gemeinde Amelinghausen. Er erzählte mir, dass er eine Einrichtung, wie Nicos Farm, schon seit Jahren für seine Gemeinde suche und bot mir ein wunderschönes Grundstück zur Bebauung an.

Hier könnten für etwa 20 Familien Wohnmöglichkeiten geschaffen werden. Das Problem ist die Finanzierung. Mit dem Versuch, das Projekt über Kredite und Banken zu finanzieren, sind wir grandios gescheitert. Ein neuer Versuch soll Geldgeber motivieren, das Projekt zu realisieren.

Was wir benötigen sind Investoren, Investoren, Investoren, deren Investitionen über die Mieten zurück fließen.

Was wir weiterhin benötigen, sind ehrenamtlich Helfer, die uns bei der Realisierung dieses Projektes unterstützen.

Wir wollen einen Weg gehen, der es uns und später auch unseren Kindern erlaubt, in Würde alt zu werden. Und der es unseren Kindern ermöglicht, in Geborgenheit und menschlicher Wärme aufzuwachsen.
Gemeinsam auch – generationsübergreifend – mit älteren Menschen.

Eine Insel der Menschlichkeit.

Rund 20 Familien sollen in barrierefreien, ebenerdigen Bungalows mit unterschiedlichen, der Familienstruktur angepassten Wohnflächen, Platz finden.

Ein Abenteuerspielplatz, ein „Steinzeitdorf“ (unterstützt durch Universität Hamburg) sollen den Gedanken an Inklusion verwirklichen und lebendig machen.

Auf unserer Homepage

www.nicosfarm.de

finden Interessierte weitere, detaillierte Informationen.

Hier geht’s zum Download unseres umfangreichen Konzeptes

http://www.nicosfarm.de/downloads/nicosfarm_broschuere.pdf

Eine Antwort auf „inwendig warm 2018, Tag 12, „Nicos Farm e.V.““

  1. wir haben auch eine schwerstbehinderte tochter! sie wird 43 Jahre alt ,hatte mit einem virtel Jahr gehirnbluten,geistig ist sie wie ein kind von 2 Jahren ,blind und körperlich behindert… wir haben unsere tochter zuhause wir lassen sie an alles teilhaben sie ist immer und überall dabei!!!
    sie jammern rum sie bekommen zuwenieg unterstützung und geld ! wo ist denn ihr sohn wenn sie durch die gegend laufen ?? sie wollten sich doch um ihn mehr kümmern???
    wir sind in der DDR geboren und wohnen in wittenberge an der elbe ,da gabs kindergeld und sonnst nischt meine frau hat krankenschwester gelernt( 11.11.1955geb.) ich (1.4.1956) tochter am 18.12 1975 geboren wir hatten auch mal andere vorstellung vom leben ! uns ging es nicht immer gut aber auf betteltur und die tochter irgend wo abgeben !! das wäre uns nie in den sinn gekommen!! wir wollen kein mitleid denn unsere tochte war und ist keine last sondern unser kind !!! Kinder können leider nichts für ihre eltern !! nur meckern und fordern ist nicht die lösung !!!!! selber erst mal was anders machen ohne hand aufhaltenten !!
    MFG.U.Krakowski

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