Inwendig warm 2018, Tag 5, „Die Liebe überstrahlt alles im Leben“

So viele Sommer mit dir verbracht,
mit dir geliebt und geweint und gelacht.
Lass uns den Sommertag heut‘ glücklich leben,
wie viele Sommer mag es noch geben?

Alle guten Dinge müssen enden,
lass uns verschenken, lass uns verschwenden.
Die Hand, die verschenkt, leert und füllt sich zugleich,
nur was wir verschenken macht uns wirklich reich.
Lass uns Glück verstreuen mit vollen Händen.
Alle guten Dinge müssen enden.

Die Tränen, der Kummer, die Niederlagen,
schlaflose Nächte, Fragen und Klagen.
Die Zweifel, die Ängste, die Sorgen und Müh’n,
Blütenträume, die nicht verblüh’n.
Gemeinsam gestanden, gemeinsam getragen,
die Tränen, der Kummer, die Niederlagen.

Die Liebe überstrahlt alles im Leben,
alle Gestirne verblassen daneben.
Die einzige Botschaft, der einzige Sinn,
die einzige Zuflucht liegt doch darin,
einander Trost und Wärme zu geben.
Die Liebe überstrahlt alles im Leben.
Reinhard Mey

So viele Sommer mit Dir verbracht …
So sieht es aus, wenn wir gemeinsam den Sommer verbringen 🙂

Wie viele Sommer mag es noch geben?

Heute gibt es jedenfalls keinen Sommer. Kalt und nass ist es. Pünktlich zum Start schüttelt Frau Holle ihre Kissen über mich aus. Frau H. kann mich aber nicht beeindrucken. Ich trabe einfach los. Von Besitz bis Tripkau sind es 26 km. Alles ist grau in grau. Die Ortschaften reißen mich auch nicht vom Hocker, versprühen den Charme der alten DDR. Und wenn ich die Ortschaften verlasse ist überall nur Gegend. Puszta und Wald. Ich kürze ab. Über einen Waldweg spare ich mir zwei Kilometer. Hier gibt es bestimmt Wölfe. Ein Freund schrieb mir, ich möge doch ein paar Tiere fotografieren. Dann würde er sicher ein paar Klicks erhalten für meine Berichte, die er postet. Ich weiß, behinderte Kinder sind nicht so der Hit. Aber vielleicht bekomme ich einen Wolf vor die Linse. Könnte allerdings auch das letzte Bild meines Lebens werden. Die Mär vom bösen Wolf ist jedoch lediglich eine Urangst der Menschen. In der Literatur gibt es keinen einzigen Hinweis, dass jemals ein Wolf einen Menschen verspeist hat. Obwohl – einmal ist ja immer das erste Mal… Aber ich bin ja nicht Rotkäppchen. Höchstens Rotbäckchen, denn der kalte Wind pfeift mir recht frisch um die Nase.

Wisst Ihr eigentlich was geschieht, wenn Ihr z.B. Eure alte Mutter zuhause pflegt und Ihr wegen der aufwändigen Pflege nicht mehr arbeiten könnt? Dann bekommt Ihr Hartz-IV, obwohl Ihr einen tollen Job macht und der Gesellschaft einen Haufen Geld für das Pflegeheim spart!

Dann müsst Ihr in Zukunft mit 4,27 € je Tag auskommen. Herr Spahn findet das völlig in Ordnung und ausreichend. Thilo Sarrazin, sein Kollege im Geiste, hat mal, als er noch Finanzsenator war, seine wissenschaftliche Mitarbeiterin zu Forschungszwecken zum Feinkost Albrecht, im Volksmund auch Aldi genannt, geschickt. Die beiden Spezialisten haben herausgefunden, dass dieser Betrag zum Leben locker reicht. Bei einer pfiffigen Gestaltung des Einkaufplanes bleiben sogar ein paar Cent übrig. Die Ideen für eine ausgewogene Ernährung fassten die zwei Ratgeber zu hilfreichen Tipps für das eigentlich blöde Volk zusammen: Das Konsumieren von Leitungswasser, dass ja einen hervorragenden qualitativen Ruf genießt, ersetzt locker das abendliche Bier der sonst Alkohol saufenden Hartz-Gemeinde. Die Wiederverwendung von Teebeuteln ist nicht nur ein ganz besonders umweltfreundlicher Gedanke und ökologischer Beitrag für eine zukunftsorientierte Politik, und trägt dem aktuellen Abbruch der Klimapolitik von Frau Merkel auf ganz besondere Weise Rechnung.
Bei sorgsamen Gebrauch des Teebeutels, ist man so in der komfortablen Lage, sich durch exzessive Ersparnis etwa alle drei Monate sogar den Luxus von Nordseekrabbensalat zu genehmigen.
Eine Heizung benötigt man auch nicht, höchstens einen Pullover. Aber der wird ja im Leistungskatalog einmal im Jahr genehmigt.

Herr S. wurde auch nicht müde, vor dem Hintergrund seines millionenschweren Kontos, aufrichtig zu versichern, dass er selbst für fünf €uro in der Stunde arbeiten würde, bevor er der Allgemeinheit auf der Tasche läge.  Diese Anständigkeit von Politikern wärmt stets aufs Neue mein Herz. Inwendig warm sozusagen.
So aufrecht zu gehen, lerne ich nie!

Mein Rat an Euch: pflegt Eure Mutter, den Papa, die Oma und führt ein Leben in Saus und Braus!

Ich komme an einer Weide vorbei. Ein Storch, der den wohl nahenden Frühling ankündigt, reißt mich aus meinen Gedanken. Dann klappt es mit dem Foto ja auch noch.

Keine Zukunft vermag gutzumachen, was Du in der Gegenwart versäumst. Die Menschen der Zukunft werden die sein, die ihre Herzen in ihren Gedanken sprechen lassen.   Albert Schweitzer

Eine Antwort auf „Inwendig warm 2018, Tag 5, „Die Liebe überstrahlt alles im Leben““

  1. Ihre sarkastischen Bemerkungen treffen den Nagel auf den Kopf. Nur leider tangieren sie Herrn Spahn und Co in keiner Weise, was nicht nur bedauerlich, sondern auch bedenklich ist.
    Schön, dass Sie sich weiter so enthusiastisch und eloquent durch die Lande kämpfen👍

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