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Miteinander – füreinander

Miteinander – füreinander
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„Inwendig warm“ – Wanderung mit behinderten Kindern von Hamburg ins Ruhrgebiet

Hamburg. Badeunfalle, Gehirnhautentzündung, Sauerstoffmangel bei der Geburt.
In wenigen Sekunden wird aus einem normal entwickelten Kind ein behindertes, aus einem gesunden Fötus im Mutterleib ein geschädigter.
Und in wenigen Sekunden wird aus einer normalen Familie eine Familie mit massiven Problemen.

Auch wenn das Thema der Aktion sehr ernst ist – auf der Wanderung wird es gut gelaunt zugehen.

In Deutschland gibt es über 950.000 Familien mit behinderten Kindern. Viele davon leben unter schwierigen finanziellen Bedingungen, da die Eltern
aufgrund des hohen Pflegeaufwandes zumeist keiner geregelten Arbeit mehr nachgehen können und auf staatliche Hilfe in Form von
Hartz IV und Pflegegeld angewiesen sind. „Viele Familien geraten so in eine gesellschaftliche Isolierung. Jedes Jahr zerbrechen unzählige Familien mit behinderten Kindern an diesen Problemen, und die Eltern werden oft selbst zum Pflegefall.“
Arnold Schnittger weiß, wovon er spricht. Sein Sohn Nico (14) ist seit der Geburt spastisch gelähmt und braucht rund um die Uhr Betreuung. Der 57-jährige Fotograf gab seinen Beruf auf, um seinem Sohn die Pflege

und Aufmerksamkeit zu geben, die er braucht. Mit seinem Projekt „Nicos Farm e.V.“ will er Eltern mit behinderten Kindern helfen, einen Lebensraum für sich zu schaffen und gleichzeitig Nicht-Betroffene aufrütteln.
So setzt er sich zurzeit für die Schaffung einer Begegnungstätte in einem leerstehenden Pflegeheim in Bahrenfeld ein.
Gemeinsa, mit „nestwärme e.V.“ organisiert der engagierte Hamburger jetzt eine Wanderung von der Hansestadt ins Ruhrgebiet.
„Primäres Ziel ist es, dass Menschen in Politik und Verwaltung ihren Blick schärfen für die Sorgen und Nöte von Familien mit behinderten Kindern“, so
Schnittger.

Eltern von behinderten Kindern werden oft ausgegrenzt. Das wollen wir ändern.

„Normalen Menschen soll die Aktion vermitteln, was Familien mit behinderten Kindern leisten, wie sie ausgegrenzt werden und welche Folgen die gesellschaftliche Isolierung haben kann.“ Die Wanderung, die am 1. Mai an den Landungsbrücken startet, ist in Etappen eingeteilt, die maximal je 30 Kilometer
umfassen. Besonders glücklich ist Arnold Schnittger über die Unterstützung Konstantin Weckers als Schirmherr der Aktion.

Das Motto „Inwendig warm“ stammt aus einem seiner Lieder. Ergänzt wird die Wanderung an bestimmten Etappenzielen u.a. durch Benefizkonzerte
mit regionalen Bands. Alle Infos zur Wanderung, Unterbringung, Kosten und „Nicos Farm e.V.“ gibt es im Internet unter www.nicos-farm.de.

Artikel von Claudia Bonvie

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